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  • Leonhard Reznicek

Masken tragen deutlich zur Eindämmung der Corona-Pandemie bei!



Das richtige Tragen von Masken kann dazu beitragen, die Verbreitung von COVID-19 einzudämmen und Risikogruppen wirksam vor Infektionen zu schützen. Wissenschaftliche Evidenz hierfür ist aus früheren Pandemien vorhanden, aber gilt das auch für COVID-19?

Die Maskenpflicht in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens trägt offenbar erheblich zur Eindämmung der Corona-Pandemie bei. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, der Technischen Universität Darmstadt, der Universität Kassel und der University of Southern Denmark.

Die Forscher haben die Entwicklung der COVID-19 Fallzahlen in Jena mit der Entwicklung in ähnlichen Städten verglichen. In Jena wurde die Maskenpflicht bereits am 6. April 2020 eingeführt, deutlich früher als im Rest Deutschlands. Daraufhin war die Zahl der registrierten Infektionen in Jena nur noch schwach gestiegen. Ist der Unterschied zu anderen Städten tatsächlich auf die Maskenpflicht zurückzuführen? "Um diese Frage möglichst objektiv beantworten zu können, haben wir eine Art synthetisches Jena geschaffen, das die Maskenpflicht erst später eingeführt hat, und dieses mit dem realen verglichen", sagt Prof. Dr. Klaus Wälde, Volkswirt an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

"Nach unseren Berechnungen tut sich eine signifikante Kluft zwischen den Fallzahlen in Jena und der Vergleichsgruppe ohne Maskenpflicht auf", sagt Koautor Prof. Dr. Timo Mitze von der University of Southern Denmark. Zwanzig Tage nach Einführung der Maskenpflicht sei die Gesamtzahl der in Jena registrierten Fälle lediglich von 142 auf 158 gestiegen, im "synthetischen Jena" hingegen von 143 auf 205. Die tatsächliche Zunahme der Infektionen entsprach also nur etwa einem Viertel der Zunahme in der Vergleichsgruppe.

In einem zweiten Schritt untersuchten die Forscher die Entwicklung der Fallzahlen in den Städten, die die Maskenpflicht zum 22. April 2020 eingeführt hatten, mit den Fallzahlen der Städte, die die Maskenpflicht erst zum 27. April 2020 oder später einführten. Auch hier ergaben sich signifikante Unterschiede. "Zusammenfassend kann man sagen, dass die Einführung der Maskenpflicht in den jeweiligen Kreisen zu einer Verlangsamung der Ausbreitung von COVID-19 beigetragen hat", sagt Wälde.

"Unsere Ergebnisse legen nahe, dass eine Maskenpflicht ein Baustein auch für die weitere Eindämmung von COVID-19 ist", sagt Wälde.

Dieses Ergebnis steht mit der Einschätzung von Epidemiologen und Virologen in Einklang, dass ein Mund-Nasen-Schutz den Luftstrom beim Sprechen hemme und dadurch die Übertragung infektiöser Partikel eingedämmt werde.

Die Ergebnisse der Wissenschaftler sind in einem aktuellen Diskussionspapier des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) auf Englisch nachzulesen:

http://ftp.iza.org/dp13319.pdf

Hier findet sich eine deutsche Zusammenfassung:

https://www.macro.economics.uni-mainz.de/files/2020/06/Mitze_Kosfeld_Rode_Waelde_2020_Maskenpflicht_deutsch.pdf

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